Gutedel – Methusalem unter den Rebsorten

Der Gutedel ist eine der ältesten Rebsorten und so feierte man im Markgräflerland im Jahre 2000 den 5000. Geburtstag der Gutedelrebe, da die Legende davon ausgeht, dass der Gutedel schon in jener Zeit in Ägypten bzw. Palästina angebaut wurde und von den Römern von dort aus nach Europa gebracht wurde. Wie viel Wahrheit hinter dieser Geschichte steckt ist nicht mehr wirklich zu eruieren. Neuere Genanalysen lassen seinen Ursprung eher im Alpenraum vermuten. Das hohe Alter der Rebe und ihre weite Verbreitung hat zu nicht weniger als 189 Namen geführt unter denen diese Sorte heute bekannt ist.

Schriftliche Erwähnungen des Gutedel finden sich bereits Anfang des 16. Jahrhunderts in Frankreich, wo die Sorte als Chasselas bezeichnet wird. In Deutschland ist er seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts nachweisbar, aber erst durch Markgraf Friedrich von Baden, der die Rebsorte aus Vevey am Genfer See einführte, wurde der Gutedel ab 1780 systematisch verbreitet. Heute findet er sich vor allem im Markgräflerland, hier wird mehr als ein Drittel des deutschen Gutedel angebaut. Aber auch in Franken und sogar an der Unstrut, wo allerdings nur noch ca. 25 Hektar existieren, wird er angebaut.

 

Gutedel – Eigenschaften und Geschmack

Diese weiße Rebsorte stellt keine hohen Ansprüche an seine Lage, nur kalte Winde schaden ihm wirklich. Am besten geeignet sind tiefgründige und feuchte Böden, aber auch Verwitterungsgestein und Kalkböden toleriert diese Rebsorte. Gegen viele Reberkrankungen ist der Gutedel anfällig, allerdings recht Fäulnisresistent, so das man ihn zur Erreichung höherer Qualitäten später lesen kann. Sein Reifezeitpunkt liegt im mittleren Bereich, ebenso wie sein Mostgewicht.

Da der Gutedel kein ausgeprägtes eigenes Bukett hat spiegelt er vor allem sein Terroir wieder, also den Boden auf dem er steht und die Handschrift des Winzers. Die sehr milde Säure dieses Weins lässt ihn gut bekömmlich sein und macht ihn zu einem angenehmen Trinkwein an warmen Tagen.

Innerhalb eines Menüs eignet sich der Chasselas vor allem als Begleiter zu leichten Gerichten, wie Fisch oder Geflügel. Im Grunde ist er aber, vor allem in den niedrigeren Qualitätsstufen, primär als „Zechwein“ anzusehen.

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