Weinanbaugebiet Württemberg

Württemberg

Das Weinanbaugebiet Württemberg erstreckt sich von Bad Mergentheim, östlich von Heidelberg gelegen, bis hin nach Tübingen bzw. Rottenburg am Neckar. Es zählt zu den vier größten Anbaugebieten Deutschlands und ist in diesem Kreis das einzige in dem mit über 70 Prozent Anteil mehr Rot- als Weißwein angebaut wird.

In insgesamt fünf Bereiche gliedert sich das Anbaugebiet Württemberg, der weitaus größte dieser Bereiche ist das „Württembergische Unterland“ (nördlich von Stuttgart gelegen vom badischen Kraichgau bis zum Bottwar-Tal im Osten) mit 9220 Hektar, gefolgt vom Bereich „Remstal-Stuttgart“ mit 1809 Hektar, „Kocher-Jagst-Tauber“ mit 433 Hektar, dem Bereich „Oberer Neckar“ (Bereich Tübingen und Reutlingen) mit 31 Hektar und schlussendlich dem Bereich „Württembergischer Bodensee“, der gerade einmal 18 Hektar klein ist.[1]

 

Klima und Geologie in Württemberg

Die Geologie dieses großen Gebietes ist sehr unterschiedlich, es gibt hier sowohl Lößböden, als auch Kalk- und Sandsteinböden bis hin zu vulkanischem Untergrund. Dies ermöglicht es im Grunde jedem Ort in den fünf bzw. sieben Anbauregionen Württembergs, als da wären Kocher-Jagst-Tauber und Hohenlohe, Weinsberger Tal, Unteres Neckartal, Heuchelberg, Stromberg und Enztal, Mittleres Neckartal und Bottwartal sowie Remstal und Stuttgart, einen Wein mit eigenem Geschmack und Charakter anzubauen.

Erkunden lässt sich dieses Anbaugebiet am besten über die Württembergische Weinstraße, die in der Nähe von Bad Mergentheim beginnt und sich bis nach Metzingen, östlich von Tübingen erstreckt. Auf dieser über 500 Kilometer langen, sich am Neckar und seinen Seitentälern entlang schlängelnden Straße, lassen sich nicht nur schöne Weinwochenenden bei den über 200 Weinveranstaltungen und Festen erleben, sondern besser gleich ganze Urlaubswochen in der klimatisch milden Region verleben.

Schon der in Lauffen geborene Friedrich Hölderlin schwärmte von den Tälern der Region und auch Schiller, Mörike und Hegel, die alle aus Württemberg stammten, verewigten die Schönheit der Landschaften. Nicht zuletzt dem in Ludwigsburg geborenen Dichter Justus Kerner wurde die besondere Ehre zuteil Namensgeber einer Rebsorte zu werden.

 

 

König Wilhlem I. von Württemberg
Fotografie König Wilhelms I. von Württemberg, 1861 [Public domain], via Wikimedia Commons

Geschichte des Anbaugebiets Württemberg

Ein erster urkundlichen Nachweis über Weinanbau in Württemberg stammt aus einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch und datiert aus dem Jahr 766. Es ist allerdings anzunehmen, dass der Weinbau in Württemberg schon deutlich länger betrieben wird und ggf. schon durch die Römer im 2. nachchristlichen Jahrhundert eingeführt wurde.

Auch in Württemberg waren es, wie nahezu überall in Deutschland, die Klöster, die den Weinbau verbreiteten und auch selbst betrieben, denn sie benötigten Messwein. Insbesondere im 12. Jahrhundert kam es zu vielen Neugründungen von Klöstern und so verbreitete sich auch der Weinbau immer mehr. In Württemberg tat er dies so sehr, dass die Region reichlich Überschüsse produzierte, die überallhin nach Mitteleuropa exportiert wurden. Spätestens ab dem 16. Jahrhundert war der Wein vom Neckar bekannt und beliebt. Es war vor allem die Rebsorte Klevner (Blauer Frühburgunder) die allerorten gerne getrunken wurde.

Auch für die Landesherrschaft hatte der Weinbau eine große Bedeutung, denn er trug einen nicht  unerheblichen Teil zu den Steuereinkünften bei und so war es verständlich, dass sich die Landesherren und Herzöge von Württemberg in ihren Verordnungen auch um den Weinbau kümmerten, so etwa Herzog Friedrich I. (1557-1608), der am 10. Juli 1607 eine Herbstordnung erließ, die Vorschriften für den Weinbau beinhaltete. Verordnet wurden hierin etwa die Lesezeiten der Trauben sowie gewisse Rechte zur Vorlese. Zusätzlich enthält die Herbstordnung Angaben über die Ausrüstung der Keltern, die Funktion der Keltermeister und Kelterknechte und wie das Versauern des Weins zu verhindern sei.[2]

Der Dreißigjährige Krieg führte, wie nahezu überall in Deutschland, zu einem massiven Einbruch in der Landwirtschaft und so auch im württembergischen Weinbau. Die Verheerungen des Krieges und der zum Teil massive Bevölkerungsverlust über drei Jahrzehnte hinweg führten dazu, dass nicht nur die Rebflächen weniger wurden sondern auch die Qualität der Weine sank und man versuchte mit Hilfe von neuen Rebsorten, die einen hohen Ertrag versprachen, dies auszugleichen. Viele dieser Rebsorten aber reiften im württembergischen Klima nicht aus, so dass die Weine sich nur zu niedrigen Preisen verkaufen ließen, aber die Masse der Erträge sicherte den Weinbauern dennoch ihre Einkünfte. Erlasse seitens der regierenden Fürsten diese Rebsorten nicht mehr anzubauen und stattdessen wieder auf qualitativ hochwertige Reben und Weine zu setzen blieben erfolglos.

König Wilhelm I.  von Württemberg (1781-1864) war es, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts damit begann eine Veränderung herbeizuführen. In seinen eigenen Weinbergen und Kellereien betrieb er intensive Studien und Forschungen bzgl. Rebsorten, Traubengärung und Weinbereitung. Er war es, der den Riesling aus dem Rheinland in Württemberg einführte  und daraus Schaumweine herstellen ließ. Zu seinen Bemühungen hinzu kam die Gründung einer Weinverbesserungsgesellschaft, die ab 1825 nicht nur den Qualitätsweinbau propagierte sondern auch hochwertige Reben verteilte. Da aber die meisten Weinbauern sich eine solche Umstellung nicht leisten konnten, denn sie hätte jahrelange Ertragseinbußen mit sich gebracht, blieben zunächst noch die ertragreichen und qualitativ minderwertigen Rebsorten erhalten. Erst die in den 1880er Jahren steigende Bedrohung durch Falschen Mehltau (Peronospora) brachte ein Umdenken. Vermehrt wurden nun Hybridreben gesetzt, die resistenter gegen diese Pilzerkrankung waren. Im Zuge dieser Neuorientierung und Umgestaltung der württembergischen Weinlandschaft entstanden auch die ersten Weingärtnergenossenschaften, die heute in besonderem Maße das Bild des württembergischen Weines prägen, denn annähernd 74 Prozent der bewirtschafteten Rebflächen in Württemberg sind heute Teil einer der 49 Genossenschaften mit ihren knapp 15.000 Mitgliedern, nur noch knapp 18 Prozent der in Württemberg ansässigen Winzer stellen ihre Weine vollständig selber her und vertreiben sie selber.

 

Kerner
Rebstöcke der Kernerrebe – Foto: A. Kircher-Kannemann

Rebsorten in Württemberg

Württemberg ist eines der wenigen deutschen Weinanbaugebiete in denen primär Rotwein angebaut wird. Auf den gut 11.000 Hektar Rebfläche haben die Rotweine einen Anteil von 71 Prozent. Den höchsten Anteil unter den Rotweinen hat dabei der Trollinger (gut 21 Prozent), er ist sozusagen das Nationalgetränk der Schwaben und wird auch fast nur in Württemberg angebaut. Seine Vorliebe für nährstoffreiche und tiefgründige Keuper- und Muschelkalkböden lässt ihn in diesem Anbaugebiet eine ideale Heimat finden. Dieser eher leichte Rotwein mit hohem Säureanteil und einem Aroma nach roten Johannisbeeren und Wildkirschen ist ein süffiger und dezenter Begleiter zu vielen Speisen und kann sogar noch an warmen Sommertagen gekühlt sehr gut getrunken werden.

Eine weitere vor allem in Württemberg beheimatete Rotweinsorte ist der Lemberger, auf ihn entfallen etwa 14,5 Prozent der Rebfläche, gefolgt wird er vom Schwarzriesling. Weitere Roweinsorten wie Spätburgunder, Portugieser, Dornfelder, Samtrot und Acolon und spielen dagegen im Vergleich zu den großen „Drei“ eine eher untergeordnete Rolle.

Unter den Weißweinrebsorten ist es vor allem der Riesling auf den sich die Württembergischen Winzer spezialisiert haben. Weitere häufig angebaute Weißweinsorten sind Kerner, Müller-Thurgau, Silvaner und Grauburgunder, der hier vor allem unter der Bezeichnung Ruländer firmiert.

 

 

Statistik der Rebsorten in Württemberg[3]

Rebsorte Fläche in Hektar Prozentualer Anteil
Blauer Trollinger 2399 21,1
Blauer Lemberger 1653 14,5
Schwarzriesling 1571 13,8
Blauer Späburgunder 884 7,8
Samtrot 411 3,8
Dornfelder 330 3
Blauer Portugieser 158 1,4
Sonstige Rotweine 613 5,6
Riesling 2096 18,2
Müller-Thurgau 325 2,9
Kerner 309 2,8
Ruländer 138 1,2
Silvaner 106 1
Sonstige Weißweine 365 2,9

 

 

Aktuelle Trends für Rebsorten in Württemberg

Die Trends in Württemberg sind seit Jahren klar ablesbar: zum einen erhöht sich der Anteil der Rotweinsorten immer stärker, waren es im Jahr 1964 54,3 Prozent der Rebfläche, die mit verschiedenen Rotweinreben bestockt war, so beträgt der Anteil heute satte 71 Prozent. Und da die Liebe der Deutschen zu Rotweinen bis dato ungebrochen ist, wird sich dieser Anteil wohl auch so bald nicht senken.  Auffallend ist jedoch, dass der prozentuale Anteil des Trollinger trotz erheblichen Ausbaus von absolut 1655 Hektar 1964 auf 2399 Hektar im Jahr 2012 sank und zwar von 28,4% auf nunmehr 21,1%. Wohingegen der Samtrot ebenso wie der Spätburgunder und vor allem der Lemberger ihren Anteil deutlich steigern konnten. Der Lemberger etwa von 6,0% auf 14,5%. Gleiches gilt für den Schwarzriesling, dessen Anteil 1964 bei nur 4,7% lag und der heute 13,8% der bestockten Rebflächen einnimmt.

Der Anteil der Weißweinsorten sinkt in Württemberg stetig, betrug er zur Hochzeit 19798 noch 49 Prozent und war damit fast pari mit den Rotweinen, liegt er nunmehr bei nur noch 29 Prozent. Den größten Anteil hatte und hat immer noch der Riesling mit 18,2% (zu 24% im Jahr 1979). Erhebliche Einbußen erlitt der Müller-Thurgau sein Anteil am Gesamtertrag sank von 10,5% im Jahr 1979 auf nunmehr nur noch 2,9%. Noch drastischer erging es dem Silvaner, der ehemals 1964 13,1% der bestockten Rebfläche einnahm und heute nurmehr 1%.

 

Heroldrebe
Blätter und Trauben der roten Rebsorte Heroldrebe. Fachgebiet Rebenzüchtung und Rebenveredlung, Forschungsanstalt Geisenheim, Geisenheim/Rheingau. Upload von Martin Bahmann; Foto von Dr. Joachim Schmid, FG RZ, FA Geisenheim [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Statistik der Rebflächen in Württemberg[4]

  1964 1979 2012
Rebsorten Hektar % Hektar % Hektar %
Blauer Trollinger 1655 28,4 1945 22,4 2399 21,1
Blauer Lemberger 350 6 400 4,6 1653 14,5
Schwarzriesling 275 4,7 981 11,3 1571 13,8
Blauer Spätburgunder 61 1 274 3,2 884 7,8
Samtrot 30 0,5 75 0,9 411 3,8
Dornfelder 85 1 330 3
Blauer Portugieser 617 10,6 395 4,6 158 1,4
Sonstige rote Rebsorten 179 3,1 264 3 613 5,6
Rote Rebsorten gesamt 3167 54,3 4419 51 8019 71
Riesling 1444 24,8 2080 24 2096 18,2
Müller-Thurgau 365 6,3 913 10,5 325 2,9
Kerner 5 0,1 558 6,4 309 2,8
Ruländer 10 0,2 40 0,5 138 1,2
Silvaner 764 13,1 543 6,3 106 1
Sonstige weiße Rebsorten 70 1,2 112 1,3 365 2,9
Weiße Rebsorten gesamt 2658 45,7 4246 49 3339 29
Bestockte Rebfläche gesamt 5825   8665   11358  

 

 

Weinorte und Sehenswürdigkeiten in Württemberg

  • Kaiserpfalz Wimpfen
  • Schloss Liebenstein mit Renaissancekapelle
  • Schloss Jagsthausen – Götzenburg
  • Theodor Heuss Museum, Brackenheim
  • Eduard Mörike Museum, Neuenstadt-Cleversulzbach
  • Hölderlin Zimmer, Lauffen
Hölderlin Geburtshaus
Geburtsthaus Friedrich Hölderlins in Lauffen; Zeichner unbekannt, Bleistiftzeichnung, um 1840 [Public domain], via Wikimedia Commons

Rad- und Wanderwege in Württemberg

Württemberger Weinradweg

Der Württemberger Weinradweg ist die wohl neueste Radroute, die man in dieser herrlichen Landschaft nehmen kann. Erst 2013 wurde er eröffnet und führt vom Taubertal bis nach Tübingen. Entlang dieses Weges kann man nicht nur die Landschaft erleben, sowie zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten sondern auch den Wein, der diese Landschaft seit Menschengedenken prägt.

Diese Route ist besonders geeignet für Genussmenschen, die gerne das visuelle Erleben mit den Gaumenfreuden verbinden. Zahlreiche Gasthäuser und Besenwirtschaften laden ein eine Rast einzulegen, wenn man vom Radeln und dem Besuch der zahlreichen Museen und Weinlehrpfade, die den Radweg säumen, erschöpft ist.

Der Württemberger Weinradweg ist in weiten Teilen asphaltiert, so dass einer angenehmen Fahrt nichts im Wege steht. Er verbindet flache Abschnitte entlang der Flusstäler mit eher leichten Anstiegen, etwa im Kocher- und Jagsttal, aber auch bei Metzingen, Esslingen und im Remstal. Der Schwierigkeitsgrad dieses insgesamt 355 Kilometer langen Radweges ist als mittel einzustufen. Der niedrigste Punkt liegt auf 153 m ü. NN und der höchste bei 480 m.

Klicken Sie hier, um die genauen Tourdaten sowie den GPS-Track zu erhalten.

Württemberger Wein-Wander-Weg

Tauber und Neckar sind die beiden Flüsse, die der Württemberger Wein-Wander-Weg miteinander verbindet. Mit einer Länge von 470 Kilometern ist dieser Wein-Wander-Weg der längste Themenweg Deutschlands. Neben der malerischen Landschaft Württembergs, insbesondere des Lieblichen Taubertals und zahlreichen Sehenswürdigkeiten, kann man hier vor allem den Wein genießen, erleben und erfahren. Insgesamt 58 Weinbaugemeinden säumen den Wanderweg, so etwa Beutelsbach, Haberschlacht, Brackenheim und Heilbronn. Entlang des Weges erfährt man viel über die hier wachsenden Rebsorten wie die württembergischen Klassiker Lemberger, Trollinger und Schwarzriesling. Aber auch Riesling, Silvaner und Müller-Thurgau finden sich entlang des Wein-Wander-Weges, ebenso wie verschiedene inzwischen hier heimisch gewordene Neuzüchtungen wie Acolon, Dornfelder und Kerner.

Das Wegsymbol ist daher passend zum Rotweinland Württemberg eine rote Traube. Aufgeteilt ist der Weg in insgesamt 30 Tagesetappen. Zahlreiche Besenwirtschaften, Gaststätten und Weingüter laden zur Rast und zum Verweilen ein, wenn der Weg einmal zu anstrengend war.

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Württemberger Wein-Lese-Weg

Der Württemberger Wein-Lese-Weg ist ein Teil des Württemberger Wein-Wander-Weges. Er ist nur 34 Kilometer lang und auch für ungeübte Wanderer geeignet.

Von Benningen aus erstreckt sich der Weg bis nach Marbach. Insgesamt 15 Tafeln informieren den Wanderer hier über die literarische Geschichte Württembergs, denn zahlreiche deutsche Dichter entstammen dieser Region oder waren ihr sehr verbunden, so etwa Eduard Mörike, Ludwig Uhland oder Rainer-Maria Rilke, um nur einige zu nennen. Der ideale Wanderweg also für alle, die gerne Lernen mit Bewegung und leiblichen Genüssen verbinden.

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Immanuel Dornfeld
Immanuel Dornfeld, Gründer der Weinbauschule in Weinsberg, ca. 1869 unbekannter Maler [Public domain], via Wikimedia Commons

Weinfeste und Veranstaltungen in Württemberg

Zunftmarkt Bad Wimpfen

Der Zunftmarkt in Bad Wimpfen ist in jedem Jahr am letzten Augustwochenende eine Attraktion und ein Touristenmagnet. Er beruht auf dem ehemaligen Hafenmarkt, den König Wenzel (1361-1419) im Jahr 1391 der Töpferzunft der Reichsstadt Wimpfen gewährte. Heute finden sich alljährlich auf diesem Markt mittelalterliche Kunsthandwerker ein, wie Beutelschneider, Lampenmacher, Glasbläser, Instrumentenbauer, Kalligraphen, Bürstenmacher, Weber und viele viel mehr. Rund herum gibt es mittelalterliche Musik und auch Tanz. Für gute Unterhaltung ist also gesorgt. Klicken Sie hier, wenn Sie mehr Informationen zum Zunftmarkt in Bad Wimpfen erhalten möchten.

Weinmessen

Kennenlernen und genießen können sie die Württemberger Weine besonders gut auf einer der Weinmessen der Württemberg Classics in Duisburg, Dresden, München und Berlin. Die Termine finden sie hier: http://www.bwclassics.de/termine.php

 

 

Weinlagen in Württemberg

Das durch seine Rotweine insbesondere den Trollinger geprägte Weinanbaugebiet Württemberg besteht aus insgesamt sechs Weinbaubereichen: Kocher-Jagst-Tauber, Oberer Neckar, Remstal-Stuttgart, Württembergischer Bodensee, sowie Württembergisches Unterland und Bayerischer Bodensee. Prägend sind in diesen Regionen vor allem Muschelkalk- und Keuperböden, die die Wärme gut speichern und sie den Reben auch in kühlen Nächten zukommen lassen. Entlang des Neckar sind die Hänge steil und lassen besonders volle und kräftige Rotweine entstehen.

Die wichtigsten und besten Lagen im Bereich des Anbaugebiets Württemberg sind:

 

Besonders privilegierte Lagen:

  1. Kleinbottwarer Süßmund
    Ausgerichtet ist diese durch Keuper und Buntmergel geprägte Lage nach Südsüdwest bis Südwest. Hier gedeiht insbesondere Riesling, der das leicht windige Mikroklima schätzt. Bekannt ist diese Lage, deren Weine insbesondere im 19. Jahrhundert hoch gehandelt wurden, bereits seit dem Ende des 16. Jahrhunderts.
  2. Schwaigern Ruthe
    Gipskeuper, Buntmergel sowie lehmiger Boden und Schutt von Sandstein finden sich in dieser nach Süd bis Südsüdwest exponierten Lage. Ihre wichtigsten Rebsorten sind Riesling und Lemberger. Der Name „Ruthe“ leitet sich von „Rodung“ ab, eine solche ist hier für das 14. Jahrhundert urkundlich belegt.

 

Privilegierte Lagen:

  1. Bad Cannstatter Zuckerle
    Diese mit über 30 Hektar recht große Lage ist Südost bis Südwest, aber auch Westsüdwest orientiert. Die steilsten Teile des Zuckerle haben in ihren Terrassen eine Neigung von bis zu 70 Prozent. Trollinger, Lemberger und auch Riesling gedeihen hier auf Muschelkalk- und Muschelkalkverwitterungsböden.
  2. Esslingen Neckarhalde
    Diese mit nicht einmal einem Hektar ausgesprochen kleine Einzellage ist mit 0 bis maximal 15 Prozent Neigung recht flach. Die Südwestausrichtung sowie die tonigen, stark kalkhaltigen Mergel- und Gipskeuperböden eignen sich insbesondere für den Anbau von Spätburgunder und Riesling.
  3. Mundelsheimer Käsberg
    Exponiert ist der Käsberg nach Südost bis Süd. Seine Böden bestehen aus Muschelkalk und Lehm. Vor allem Rotweine, wie Trollinger, Lemberger und Spätburgunder gedeihen auf diesem bis zu 70 Prozent steilen Berg sehr gut.
  4. Neipperger Schlossberg
    Unterhalb des Schlosses, exponiert nach Süd- bis Südwest erstrecken sich hier die Terrassen mit einer Steilheit von bis zu 65 Prozent. Gipskeuper- und Lößböden sowie einige Parzellen mit Schilfsandsteinverwitterungsböden lassen hier Lemberger, Riesling und auch Muskateller reifen.
  5. Untertürkheimer Gips
    Wie der Name der Lage schon nahelegt bestehen die Böden aus Gipskeuper. Ausgerichtet ist die Lage nach Südwest bis Süd. Die Reben von Riesling, Trollinger und Spätburgunder wachsen hier auf dem Gelände eines erst 1970 stillgelegten ehemaligen Gipsbergwerkes.
  6. Untertürkheimer Herzogenberg
    Der Herzogenberg ist mit 0 bis 25 Prozent Steigung eher flach. Exponiert ist er nach West bis Süd. Die Böden bestehen aus Keuper mit Gipseinlagerungen und dienen vor allem zum Anbau von Lemberger, Trollinger, Spätburgunder und Riesling.
  7. Verrenberger Verrenberg
    Fast 16 Hektar umfasst der nach Südsüdost ausgerichtete Verrenberg. Gipskeuper mit lehmigen und tonigen Elementen bildet hier die idealen Böden für den Anbau von Lemberger, Trollinger, Spätburgunder und Riesling.

 

Gute Lagen:

  1. Abstatter Burg Wildeck
  2. Besigheimer Wurmberg
  3. Bönnigheimer Sonnenberg
  4. Esslinger Schenkenberg
  5. Fellbacher Lämmler
  6. Gundelsheimer Himmelreich
  7. Hebsacker Lichtenberg
  8. Heilbronner Stiftsberg
  9. Heilbronner Wartberg
  10. Hohenbeilsteiner Schlosswengert
  11. Hoheneck Oberer Berg
  12. Kleinbottwarer Oberer Berg
  13. Maulbronner Eilfingerberg
  14. Illinger Halde[1]
  15. Schnaiter Burghalde
  16. Schozacher Roter Berg
  17. Stettener Brotwasser
  18. Stettener Pulvermächer
  19. Untertürkheimer Mönchberg
  20. Weinsberger Schemelsberg
  21. Winterbacher Hungerberg

 

VDP Erste Lagen:

  • Gundelsheimer Himmelreich
  • Neckarsulmer Scheuerberg
  • Verrenberger Verrenberg
  • Weinsberger Schemelsberg
  • Abstatter Burg Wildeck
  • Heilbronner Stiftsberg
  • Schwaigerner Ruthe
  • Neipperger Schlossberg
  • Pfaffenhofener Hohenberg
  • Cleebronner Michaelsberg
  • Maulbronner Eilfingerberg
  • Bönnigheimer Sonnenberg
  • Schozacher Roter Berg
  • Hohenbeilsteiner Schlosswengert
  • Mundelsheimer Käsberg
  • Kleinbottwarer Oberer Berg
  • Kleinbottwarer Süßmund
  • Untertürkheimer Gips
  • Untertürkheimer Mönchberg
  • Untertürkheimer Herzogenberg
  • Uhlbacher Götzenberg
  • Fellbacher Lämmler
  • Stetten Pulvermächer
  • Stetten Brotwasser
  • Stetten Mönchberg
  • Schnaiter Altenberg
  • Schnaiter Burghalde
  • Hebsacker Lichtenberg

 

 

[1]Die Einzellage Halde erstreckt sich über mehrere Ortschaften.

[1]Quelle: http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Veroeffentl/Statistik_AKTUELL/803409003.pdf

[2]Genauere Angaben zum Inhalt der Herbstordnung finden sich bei Immanuel DORNFELD, Die Geschichte des Weinbaus in Schwaben: Eine geschichtliche Darstellung des Weinbaues und des damit in Verbindung stehenden Weinverkehrs in Schwaben von der ältesten bis auf die neueste Zeit, Stuttgart 1868, hier vor allem S. 141f.
Volltext unter: http://books.google.de/books?id=h9E6AAAAcAAJ&pg=PA141&dq=herbstordnung+1607+w%C3%BCrttemberg&hl=de&sa=X&ei=7DnxUYSJJYjBtAaI5YCwBA&ved=0CE4Q6AEwBQ#v=onepage&q=herbstordnung%201607%20w%C3%BCrttemberg&f=false

[3]Die hier genannten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2012 und wurden vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg veröffentlicht.

[4]Die hier genannten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2012 und wurden vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg veröffentlicht.

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